HUMAN

(ICH BIN MENSCH)

von Martin Gruber und aktionstheater ensemble

Vor der Drohkulisse der Effizienzsteigerungsmaschine namens Künstliche Intelligenz reiben sich die Mitglieder des aktionstheater ensemble an der scheinbaren Übermacht einer schönen neuen Technikwelt.

Inhalt

Es ist ja mittlerweile schon fast eine Binsenweisheit, dass soziale Medien oder KI Chatbots, neben allen Benefits, dazu angetan sind, uns in eine soziale Isolation zu führen. Eine Kommunikation also, mit keinem realen, also wirklich reagierenden, Gegenüber. Der ständige Vergleich mit einem gefakten Ideal, welches ich niemals erreichen kann, tut ihr Übriges.

Wir treffen auf eine Stimmung, die auf eine, wie auch immer geartete, ständige Optimierung unseres Mensch-Seins hinausläuft (also schöner, intelligenter und vor allem reicher werden).

Diesem simplen Optimierungswahn, nebst den Nutznießern: Technologiekonzerne und Populisten, setzen wir das immer wieder strauchelnde, suchende, gleichzeitig träumende Individuum entgegen. Und erst hier beginnt die Performance:

Die hochschwangere Isabella hat zwar „null Kohle“, freut sich aber auf ihr Kind. Benjamin hat zwar, dank Rationalisierungsmaßnahmen, neben vielen anderen, seinen Job im Call-Center verloren. Er glaubt aber noch an eine Karriere als Schauspieler. Kirstin zieht sich Melania Trump Videos rein und arbeitet an ihrer Empathiefähigkeit, weil „dadurch die Gattung Mensch überhaupt überlebt hat“. Thomas holt sich seine Über-Lebensweisheiten nur noch aus dem Internet und arbeitet am Crowdfunding für Isabellas Baby, das es „sicher nicht leicht haben wird“. Einzig dem träumenden Andreas scheint es gut zu gehen, um sich adäquat auszudrücken, kommuniziert er nur noch in Grunz- und Tierlauten… Das zwingt uns zum alles befreienden „Unsinn“. Zur Anarcho-Performance. Und zur Erkenntnis, dass in diesem Unsinn allemal mehr Erkenntnis liegt, als in der vermeintlichen Logik eines alles niederreißenden digitalen Leviathans.

„Das schutzlose Kind. Der ältere Mensch. Der Ausgegrenzte. Der Kranke, der Unberechenbare, das verletzte Individuum. Die Träumerin, der Spinner. Der Kontrollfreak, der Unkorrekte, das verwirrte Genie, vor allem der fehlbare Mensch.

Ein Hoch auf die Poesie der Fehlbarkeit.

Vor der Drohkulisse der Effizienzsteigerungsmaschine Künstliche Intelligenz, mitsamt deren Tech Bro-Profiteuren, reiben sich die Mitglieder des aktionstheater ensemble gemeinsam an der scheinbaren Übermacht einer schönen neuen Technikwelt. An einem namenlosen Utopia libertärer Antidemokrat*innen, das nicht gegriffen werden kann. Das Alles mit den Mitteln der ebenso wenig greifbaren Kunst: Das ständig strauchelnde, in Widersprüchen gefangene Individuum. Der schwitzende, suchende, liebende und träumende Mensch auf der Bühne, als Antithese zur digitalen Welt.“

(Theatermacher Martin Gruber über die aktuelle Uraufführung)

Die mit dem Bregenzer Frühling koproduzierten und in Kooperation mit dem Theater am Werk durchgeführten Performances Pension Europa und All about me wurden zuletzt nach London (Piccadilly Circus) und New York City (Off-Broadway) sowie zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

„Das aktionstheater ensemble schreibt sich klein ist aber groß (…) Verrückt und virtuos.“ Süddeutsche Zeitung 

Veranstaltungshinweise

In dieser Inszenierung kommt laute Musik zum Einsatz. Es kommt Nacktheit auf der Bühne vor.

Juni
02
Dienstag
19:30 - 21:00
Kabelwerk
Ausverkauft
Juni
03
Mittwoch
19:30 - 21:00
Kabelwerk
Geplant
Juni
04
Donnerstag
19:30 - 21:00
Kabelwerk
Geplant
Juni
05
Freitag
19:30 - 21:00
Kabelwerk
Geplant

Credits

Martin Gruber

Martin Gruber und Ensemble

Martin Ojster

Valerie Lutz, Anatol Löhr & Martin Platzgummer

Andreas Dauböck

Resa Lut

Sanna Hufsky

Gerhard Breitwieser

Andreas Jähnert, Isabella Jeschke, Thomas Kolle, Kirstin Schwab, Benjamin Vanyek sowie Andreas Dauböck, Jean Philipp Oliver Viol 

In Koproduktion mit Bregenzer Frühling, Kulturservice der Landeshauptstadt
Bregenz 

In Kooperation mit Theater am Werk

Uraufführung