Die neoliberale Doktrin des falsch verstandenen Darwin (ein Fisch kann gar keine Leistung tragen) und damit einhergehend der Verfall der basalen Einsicht, that what goes around might come around, gehen gerade in ihr nächstes dystopisches Zwischenfinale, die Verantwortungsträger allerorten springen von einem NS(U)- Zitat zum nächsten Genitalgreifwitz und haben sich damit jeder Kritik endgültig entzogen.
„no future“ ist Programm. So gesehen ist das neue Biedermeier, das neue sich einhäkeln im selbstgewalkten, imprägniert sein, in der öligen Schicht der eigenen regeltreuen Erhabenheit als Ersatzhandlung ja nur verständlich, die neue Spießigkeit ist ja dann revolutionär wenn man quasi von den Sex Pistols regiert wird. Was wir versuchen, ist, trotz der Irrsinnigkeiten – und die sind keinesfalls neu, die waren nur kurz aus dem Blickfeld – seinen eigenen Atem zu behaupten und der geht tief und fest.
Konzeptioniert wurde „Eskalation interdit“ relativ lange vor dem letzten Rechtsruck, lange vor den letzten Waffenfunden in Niederösterreich und auch vor den letzten Messerattentaten, folgend der Beobachtung, dass während populistisch Denkende mit ihren inzwischen komplett von der Realität abgelösten Behauptungen sich in euphorischer Aufbruchstimmung und Einigkeit gegenseitig feiern, die Mehrheitsgesellschaft, jene, die für ein einigermaßen rücksichtsvolles Miteinander eintreten wollen, einander in einer nicht enden wollenden Detailkritik quasi handlungsunfähig machen. Ein Austausch außerhalb der engsten Freund*innen – geführt auf Augenhöhe und ohne stereotype Zuweisungen – ist förmlich abhandengekommen und lähmt. Und der Versuch dieses Abends ist nichts, als trotz der gegebenen Umstände und unabhängig von Aussicht auf Erfolg, einen Weg aus der Lähmung zu finden.