Eine im Mai 2026 angebrachte Gedenktafel am Kabelwerk erinnert an NS-Zwangsarbeit am Standort der ehemaligen Kabel- und Drahtwerke AG (gegründet 1897) in der Oswaldgasse: „Im Gedenken an die deportierten jüdischen Frauen und Männer aus Ungarn, die von 1944 bis April 1945 hier in der Kabel- und Drahtwerke AG Zwangsarbeit leisten mussten.“
Die Initiative für die Tafel ging von einem Bewohner des Kabelwerks aus, enthüllt wurde sie von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und Bezirksvorsteher Wilfried Zankl.
„Eine lebendige Erinnerungskultur bedeutet, auch jenen Menschen einen sichtbaren Platz im öffentlichen Gedächtnis zu geben, deren Leid viel zu lange übersehen wurde.“
Veronica Kaup-Hasler (Kultur- und Wissenschaftsstadträtin)
„Hinter dem Gedenken stehen einzelne Schicksale von Menschen, die hier im dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte zu menschenverachtender Arbeit gezwungen wurden. Es ist unser Auftrag, daran sichtbar zu erinnern und auch für die Zukunft daraus zu lernen. Wir dürfen nicht vergessen. Wir dürfen das einfach nie wieder zulassen.“
Wilfried Zankl (Bezirksvorsteher)
Die Gedenktafel setzt ein wichtiges Zeichen: Gegen das Vergessen und für die andauernde Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung im öffentlichen Raum.
Geschichte
Zwischen 1942 und 1945 gab es in Wien eine große Anzahl an Lager für Zwangsarbeiter*innen sowie Sammellager für jüdische Menschen und vom NS-Regime verfolgte Personen. Auf dem Gelände der damaligen Kabel- und Drahtwerke AG (Osswaldgasse 33), angrenzend an das heutige Theater am Werk in der Oswaldgasse 35A, befand sich ein Zwangsarbeiter*innen-Lager mit 50 Personen.
Durch historische Forschung und lokales Engagement wurden in den letzten Jahrzehnten Orte der Zwangsarbeit, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit gerieten, wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Schicksale von Betroffenen werden sichtbar gemacht und regionale Erinnerungsarbeit in das Stadtbild integriert.
Mittlerweile ist das ehemalige Kabelwerk eines der größten Stadtentwicklungsgebiete in Meidling. Im Jahr 1997 entstand auf dem Areal der ehemaligen Kabel- und Drahtwerke AG ein neues Viertel zu dem unter anderem Wohnungen, Geschäfte, Lokale, Büros und kulturelle Angebote zählen – darunter auch das Theater am Werk. Die neu angebrachte Gedenktafel erinnert dauerhaft daran, welche Geschichte diesen Ort geprägt hat, und macht auf die Schicksale der Opfer des NS-Regimes aufmerksam. Erinnerungskultur sichtbar in das Stadtbild zu integrieren, animiert täglich zur Aufarbeitung der Vergangenheit, zum Innehalten und Gedenken.
Weiterführende Informationen
Zwangsarbeiterlager Oswaldgasse 33 – Wien Geschichte Wiki
Meidling – Gedenktafel am Kabelwerk erinnert an NS-Zwangsarbeit – Stadt Wien