Operation Luxor - Theater am Werk

Operation Luxor

2020 fand in Österreich die „Operation Luxor“ statt, eine der größten Polizeiaktionen der Zweiten Republik: Der Theaterabend von Alireza Daryanavard  setzt sich mit diesem Einsatz gegen den angeblichen Terrorismus von Muslimen kritisch auseinander.

Inhalt

Am 9. November 2020 fand in Österreich die „Operation Luxor“ statt, eine der größten Polizeiaktionen der Zweiten Republik im Kampf gegen den angeblichen Terrorismus von Muslimen. Über 900 Einsatzkräfte durchsuchten gleichzeitig 60 Haushalte in vier Bundesländern. Betroffen waren vor allem Familien, deren Wohnungen in den frühen Morgenstunden gewaltsam geöffnet wurden und Vereinslokale, die humanitäre Arbeit leisten. Trotz des massiven Aufgebots wurden weder Waffen gefunden noch Anklagen erhoben. 

Besonders schwer wiegen die Auswirkungen auf Kinder: Mehr als 60 Minderjährige waren den Razzien ausgesetzt. Untersuchungen dokumentieren anhaltende Traumafolgen, Angstzustände und Schlafstörungen. Für viele Familien dauert die Belastung bis heute an.

Mehrere Ermittlungsverfahren gegen Beschuldigte wurden eingestellt und bis heute wurde niemand verurteilt. Viele Betroffene berichten von fehlender Transparenz und erheblichen Eingriffen in ihr Privatleben. Die Operation hatte unmittelbare existenzielle Folgen wie Stigmatisierung, Jobverluste, die Sperrung von Bankkonten und daraus resultierende finanzielle Notlagen. Das Projekt nähert sich der Operation Luxor aus künstlerischer und dokumentarischer Perspektive. Interviews, juristische Recherchen und Austausch mit Betroffenen bilden die Grundlage.

Am So., 08. März findet im Anschluss an die Vorstellung ein Publikumsgespräch mit Farid Hafez statt. Gesprächspartner*innen: Munira Mohamud und Alireza Daryanavard. Moderation: Julia Gaiswinkler.

Am Di., 10. März findet im Rahmen von Operation Luxor ein gemeinschaftliches Fastenbrechen und Gespräch statt.

18:00 Uhr: Gemeinschaftliches Fastenbrechen

Muslimisches Leben wird in Österreich politisiert und stigmatisiert, da die muslimischen Praktiken oft als eine nicht in diesem Land verortete Lebensweise gesehen werden. Eine zentrale Form dieser Praxis stellt das Fastenbrechen im Ramadan dar, ein gesellschaftliches und religiöses Event, bei dem das gemeinsame Essen nach dem Sonnenuntergang im Vordergrund steht. 

In einem soziopolitischen Klima der Spaltung und gewaltvollen Struktur kann das gemeinsame Zusammenkommen der Communities ein wichtiges Element der kollektiven Fürsorge darstellen. Das Zusammenkommen stärkt das Gemeinschaftsgefühl und macht muslimisches Leben als integralen Teil der Gesellschaft sichtbar. 

Aus diesem Anlass laden wir euch zu einem gemeinsamen Fastenbrechen ein.

19:30 Uhr: Wenn Rassismus krank macht – Ein Gespräch

Rassistische Gewalt ist mehr als ein verbaler oder physischer Übergriff. Sie zeigt sich im Ausschluss, in Diskriminierung, in Benachteiligung. In dem, was fehlt, und in dem, was immer wieder passiert. Rassismus verletzt nicht nur – er macht krank. Wiederkehrende Abwertung erzeugt Stress. Einzelne Vorfälle gehen vorbei, doch der Stress bleibt. Er setzt sich im Körper fest, wird chronisch. Denn Rassismus ist kein Zufall, er hat System.

Wo Gewalt systemisch ist, wird Fürsorge politisch. Fürsorge heißt hinsehen statt wegschauen und zuhören statt relativieren. Fürsorge kann viele Formen annehmen – dort, wo Betroffene nicht ständig kämpfen müssen.

An diesem Abend sprechen wir gemeinsam mit Expert*innen und dem Publikum über Fürsorge als politische Praxis, die unterschiedlich gelebt und praktiziert wird, und darüber, wie wir füreinander sorgen können.

Eintritt frei. Bitte anmelden unter: iftar.theateramwerk@gmx.at

 
März
12
Donnerstag
19:30 - 21:00
Kabelwerk

Credits

Alireza Daryanavard

Munira Mohamud

Geraldine Massing

Gasmac Gilmore

Reza Majoddin (Rezzarte)

Alireza Daryanavard & Mascha Mölkner 

Katharina Petsch

Julia Gaiswinkler 

Morteza Tavakoli, Emre Cakir & Anna Kramer 

Matthias Wick (Gitarre & Vocals)
Elias Berner (Gitarre)
Victor Enzio Gabriel (Bass)
Max Berner (Drums)

Farid Hafez, Ümmü Selime Türe, Nehal Abdallah, Rumeysa Dür-Kwieder, Taher Hassan, SÖZ, Creative Cluster, Paulus Reiffenstein

Eine Produktion des Theaterkollektiv Hybrid

In Koproduktion mit Theater am Werk

In Kooperation mit der Dokustelle Österreich

Uraufführung